Mehr Grün für Aying!

Vier Grüne Gemeinderatsmitglieder vertreten seit dieser Legislaturperiode die Ayinger Bürger*innen. Doch was bedeutet das nun konkret?

Obwohl wir hier nach wie vor sehr gut leben, merken wir bei genauem Hinsehen, dass Dinge sich verändert haben. Wir müssen gemeinsam mit dem neuen Gemeinderat deshalb neue Herangehensweisen, frische Ideen und andere Lösungswege entwickeln, ohne dabei das zunichte zu machen, was bislang an Gutem erreicht wurde.

Dazu kommt, dass die Corona-Krise uns vor völlig neue Herausforderungen stellt, die wir nicht anstelle, sondern parallel zu den sonstigen Aufgaben bewältigen müssen. Unsere Grünen Ideen können dabei hilfreich sein und in die zukünftige Arbeit des Gemeinderates einfließen.

Individualverkehr vs. umweltfreundliche Mobilität

Unser Gemeindegebiet hat 19 Ortsteile, ohne Auto wird es auch in Zukunft bei uns kaum gehen. Dennoch leiden die Menschen v.a. entlang der Staatsstraße an dem permanent zunehmenden Verkehrsaufkommen, sei es durch Lärm, Abgase, zugeparkte Straßen und ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Völlig wertfrei und ohne Schuldzuweisung muss man festhalten, dass der innerörtliche Verkehr Hauptverursacher dieser Probleme ist.

In den ersten Wochen nach Beginn der Pandemie-bedingten Ausgangsbeschränkungen konnte man zunehmend in den sozialen Netzwerken lesen, wie wohltuend es ist, dass plötzlich erheblich weniger Autos und LKWs durch unsere Ortsteile fahren. Das lag aber eben auch daran, dass wir selbst weniger gefahren sind. Unsere Kinder hatten keine Schule mehr, mussten zu keinem Training gefahren werden, das Büro vieler Menschen wurde nach Hause verlegt und auch Freizeitfahrten waren nicht mehr erforderlich – man blieb die meiste Zeit daheim. Das war gut so, aber keine Dauerlösung.

Die Frage ist nun, wie lernen wir daraus? Wir können uns als Gemeinde nicht darauf ausruhen, dass vielleicht in 25-30 Jahren eine Umgehungsstraße gebaut wird, sondern wir brauchen schnellere Lösungen dort, wo Verkehr entsteht: in unserer Gemeinde. Darum müssen wir Angebote schaffen, die es den hiesigen Bürger*innen erleichtern, sich umweltfreundlich und platzsparend fortzubewegen, um wieder mehr Lebensqualität zurückzugewinnen. Mietsysteme, Mitfahrgelegenheiten, Shuttleservices u.v.m. – all das könnte auf Praktikabilität getestet und ggf. eingeführt werden. Jetzt ist vielleicht die beste Gelegenheit, denn jetzt wissen wir, wie gut es sich anfühlt, wenn Verkehr weniger wird.

Wohnungsnot vs. Flächenversiegelung

Wie in allen Umlandgemeinden von München nimmt der Bedarf an Wohnraum zu. Doch was bedeutet das für eine ländliche Gemeinde wie Aying? Der neue Flächennutzungsplan, den der letzte Gemeinderat erarbeitet hat, ist ein solides Grundgerüst für eine zukunftsorientierte Planung.

Dennoch bleibt die Frage, wie wir es unseren eigenen Nachkommen ermöglichen, in ihrer Heimat zu bleiben. Wie wollen wir passende Wohnformen für unsere vielleicht pflegebedürftigen Eltern schaffen und wie wollen wir gleichzeitig der gestiegenen Nachfrage von außen begegnen, ohne den dörflichen Charakter von Aying aufzugeben? Um diesen Spagat zu meistern, sollten wir uns öfter an guten Beispielen in anderen Kommunen orientieren. Anregungen gibt es zahlreich, doch was davon zu Aying passt, müssen wir in den kommenden Jahren herausarbeiten. Ich selbst möchte mich dafür in den kommenden Jahren als Mitglied im Bauausschuss vermehrt einsetzen.

Verantwortungsübertragung vs. Mitwirkung

Die wenigsten Menschen wollen sich tagtäglich mit den politischen Erfordernissen um sie herum beschäftigen, darum haben sie bei der Kommunalwahl ihre Stimmen denjenigen Personen gegeben, von denen sie sich für die Dauer von weiteren sechs Jahren am besten vertreten fühlen. Allerdings ist immer öfter zu spüren, dass alleine die Übertragung der Verantwortung nicht mehr ausreicht, zu groß sind teilweise die Herausforderungen, zu weitreichend die Entscheidungen für die*den einzelnen. Darum brauchen wir in Zukunft mehr Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten für unsere Bürger*innen auch außerhalb von Wahlen. Anstehende Veränderungen müssen früher und offener kommuniziert werden, verschiedenste Gruppierungen müssen sich einbringen können und Gehör finden.

Ganz aktuell sehe ich als eine dieser Gruppen, um die wir uns mehr kümmern müssen, die Familien. Kinder, Eltern und ältere Menschen haben unter der Corona-Krise am meisten gelitten. Für sie müssen wir jetzt da sein und ein offenes Ohr für die aktuellen und die noch auf uns zukommenden Nöte haben.

Als Mutter von drei Kindern, als fest verwurzelte Gemeindebürgerin und als ökologisch verantwortungsbewusst handelnder Mensch habe ich sehr vielseitige Erfahrungen, die mir helfen, in unserer Gemeinde an den neuen zukunftsweisenden Antworten zu arbeiten und gleichzeitig mit meinen Grünen Kollegen gerechte Politik für alle Bürger*innen zu machen.

Bild: in Kleinhelfendorf (Fotograf: Andreas Gregor)