Nachhaltigkeit & Lebensqualität

Zahlreiche Schlagworte sind in aller Munde: „bezahlbarer Wohnraum“, „Verkehrsberuhigung“, „Schutz der Lebensgrundlagen“, „Klimaschutz“, oder „dezentrale Energiewende“. Doch was das alles in der Praxis, in der eigenen Gemeinde bedeutet, das wissen die wenigsten und konkrete Antworten sind nur schwer zu bekommen.

An diesem Punkt will ich ansetzen. Wir brauchen praktikable und angemessene Lösungen, die auf unsere Gemeinde zugeschnitten sind, die im Austausch mit der Bevölkerung entwickelt werden und die im Anschluss für alle verständlich erklärt werden.

Ein erster Aufschlag war die Gründung der Ayinger 29++-Klimaschutz-Initiative. Inzwischen gibt es dort drei aktive Arbeitskreise zu den Themenfeldern „Energie“, „Mobilität“ und „Konsumverhalten“. Verschieden Projekte wie  „Check Dein Haus“ oder der „Plastikfrei-Stammtisch“ wurden erfolgreich umgesetzt. Diese Klimaschutz-Initiative, die im Übrigen allen Bürger*innen offen steht, liegt mir sehr am Herzen. Ich werde sie auch weiterhin selbst aktiv mitgestalten, doch sie müsste noch viel mehr von Gemeindeseite angeschoben und unterstützt werden, um echte Erfolge zu verzeichnen. In Anbetracht der Bedeutung des Themas werde ich deshalb gemeinsam mit meinen Grünen Gemeinderatskollegen nicht müde werden, entsprechende Forderungen und Anträge einzubringen.

Die Corona-Krise und deren Folgen dürfen uns als Gemeinde nicht davon abhalten, jetzt die richtigen Investitionen zu tätigen, um Klimaschutz voranzutreiben.

Aying soll sich nachhaltig entwickeln. Selbstverständlich wird es Entwicklung bei Gewerbe und Wohnraum geben, doch diese Entwicklung muss so gestaltet werden, dass wir nicht in einigen Jahren die Bau-Sünden von heute bereuen müssen. Ist Fläche erst einmal versiegelt, kann das kaum mehr rückgängig gemacht werden. Hier gilt: so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Es geht also um sorgsame Gestaltung von Wohnraum und – was mich besonders umtreibt – wie wir es trotz stark gestiegener Grundstückspreise unseren eigenen Nachkommen und Eltern ermöglichen können, in unserer Gemeinde zu bleiben und bedarfsgerechten Wohnraum zu finden.

Neue Bebauungspläne werden deshalb inzwischen flexibler gestaltet, was z.B. die Anzahl der Wohneinheiten betrifft. Familien sollen sich zum Hausbau auch zusammenschließen können. Auch Einlieger-Wohnungen könnten von Anfang an mit berücksichtigt werden, indem Außentreppen, Dachgauben oder angeböschte Kellerfenster grundsätzlich zulässig sind. Auf solche Dinge müssen wir in Zukunft besonders achten.

Lebensqualität erhalten und sogar noch erhöhen – das ist möglich. In einer intakten Umwelt, mit guter Infrastruktur und Nahversorgung sowie sparsamer Ausweisung von Neubauflächen für Wohnen, Verkehr und Gewerbe. Dadurch bleibt Aying eine grüne Gemeinde, in der Menschen gerne leben und verweilen.

Bild: Impression aus der Gemeinde (Fotografin: Christine Squarra)