Nachhaltigkeit & Lebensqualität

Zahlreiche Schlagworte sind in aller Munde: „bezahlbarer Wohnraum“, „Verkehrsberuhigung“, „Schutz der Lebensgrundlagen“, „Klimaschutz“, oder „dezentrale Energiewende“. Doch was das alles in der Praxis, in der eigenen Gemeinde bedeutet, das wissen die wenigsten und konkrete Antworten sind nur schwer zu bekommen.

An diesem Punkt will ich ansetzen. Wir brauchen praktikable und angemessene Lösungen, die auf unsere Gemeinde zugeschnitten sind und die im Austausch mit der Bevölkerung entwickelt werden.

Ein erster Aufschlag war die Gründung der Ayinger 29++-Klimaschutz-Initiative. Noch läuft es langsam an, doch die ersten Projekte sind bereits in Arbeit, z.B. die sogenannte „Energiekarawane“ oder der vor einigen Monaten gegründete „Plastikfrei-Stammtisch“. Diese Klimaschutz-Initiative, die im Übrigen allen Bürger*innen offen steht, liegt mir sehr am Herzen. Ich werde sie auch weiterhin selbst aktiv mitgestalten, doch sie müsste noch viel mehr von Gemeindeseite angeschoben und unterstützt werden, um echte Erfolge zu verzeichnen. In Anbetracht der Bedeutung des Themas sollten wir es uns deshalb leisten, eine adäquate (halbe) Stelle in unserer Verwaltung zu schaffen, deren Hauptaufgabe die Umsetzung kommunaler Klimaschutz-Ziele ist.

Aying soll sich nachhaltig entwickeln. Selbstverständlich wird es Entwicklung bei Gewerbe und Wohnraum geben, doch diese Entwicklung muss so gestaltet werden, dass wir nicht in einigen Jahren die Bau-Sünden von heute bereuen müssen. Ist Fläche erst einmal versiegelt, kann das kaum mehr rückgängig gemacht werden. Hier gilt: so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Es geht also um sorgsame Gestaltung von Wohnraum und – was mich besonders umtreibt – wie wir es trotz stark gestiegener Grundstückspreise unseren eigenen Nachkommen und Eltern ermöglichen können, in unserer Gemeinde zu bleiben und bedarfsgerechten Wohnraum zu finden. Neue Bebauungspläne müssen deshalb flexibler gestaltet werden, was z.B. die Anzahl der Wohneinheiten betrifft. Familien müssen sich zum Hausbau auch zusammenschließen können. Einlieger-Wohnungen können von Anfang an mit berücksichtigt werden, indem Außentreppen, Dachgauben oder angeböschte Kellerfenster grundsätzlich zulässig sind.

Lebensqualität erhalten und sogar noch erhöhen – das ist möglich. In einer intakten Umwelt, mit guter Infrastruktur und Nahversorgung sowie sparsamer Ausweisung von Neubauflächen für Wohnen, Verkehr und Gewerbe. Dadurch bleibt Aying eine grüne Gemeinde, in der Menschen gerne leben und verweilen.

Bild: Impression aus der Gemeinde (Fotografin: Christine Squarra)