Dorfleben & Gemeinwohl

Es gibt Leute, die betonen gerne, wie stolz sie sind, Bürger*innen einer bestimmten Gegend, eines bestimmten Landes oder sogar eines bestimmten Dorfes zu sein. Solche Einstellungen teile ich nicht – ich bin nicht stolz, eine Ayingerin oder sogar eine Dürrnhaarerin zu sein. Schließlich ist das kein „Verdienst“, zu dem ich etwas beigetragen habe. Aber, und das ist für mich viel wesentlicher: ich bin glücklich, eine Ayingerin zu sein! Hier leben zu dürfen, in Dürrnhaar eine Wohnung zu haben, Teil der Dorfgemeinschaft zu sein und am Sport-, Kultur- und Freizeitangebot jederzeit teilnehmen zu dürfen, das ist etwas, das mich glücklich macht.

Ob Vereine, Kirche, private Initiativen, sie alle tragen dazu bei, dass es in Aying ein funktionierendes Dorfleben gibt und dass unsere Bürger*innen sich hier wohl fühlen.
Als Gemeinderätin weiß ich allerdings, dass die vielen verschiedenen Angebote nicht selbstverständlich sind. Es gibt häufig Engpässe beim Nachwuchs, teilweise zu wenige Ehrenamtliche, die gesetzlichen Auflagen sind manchmal nur schwer zu erfüllen und die Finanzlage ist ebenfalls nicht immer die beste. Ohne die Gemeinde als feste Partnerin an der Seite wird das vielseitige Angebot nicht aufrechterhalten werden können, darum müssen wir auch in Zukunft die bestehende gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und Organisationen fortsetzen.

Wo wir hingegen noch mehr tun müssen als bisher, das ist eine Verbesserung sozialer Unterstützungsangebote untereinander. Nachbarschaftshilfen, Hausaufgabenbetreuung, Menschen, die sich gegenseitig helfen, zuhören, Gesellschaft leisten – von solchen teilweise einfachen Dingen profitieren am Ende alle. Eine Gemeinde kann ein derart wertschätzendes Verhalten am besten fördern, indem sie es selbst vorlebt. Alle, die wir als Kommune zur Erfüllung unserer Aufgaben beschäftigen, als Angestellte oder als externe Kräfte, wollen gehört und geachtet werden. Sie brauchen auch finanzielle Lösungen für bestimmte Lebensumstände. Im Sinne einer Gemeinwohlkommune schaffen wir mehr Engagement durch mehr Identifikation und maximale Zufriedenheit.

Für meine Mitmenschen, meine Familie und auch für mich selbst werde ich deshalb alles tun, um die vielseitigen Angebote und Möglichkeiten sowie einen gegenseitig wertschätzenden Umgang in unserer Gemeinde zu erhalten und zu fördern. Wenn mir das gelingt, dann bin ich tatsächlich stolz, zu einem lebenswerten Aying etwas beigetragen zu haben.

Bild: Maibaum-Aufstellen in Dürrnhaar 2017 (Fotografin Christine Squarra)