Bürgernähe & Transparenz

Gemeinderätin zu sein, war und ist für mich nach wie vor etwas Besonderes. Es bedeutet, dass viele Menschen mir ganz persönlich ihre Stimme gegeben haben, weil sie mir vertrauen. Sie vertrauen darauf, dass ich Entscheidungen treffe, die zu ihrem eigenen Wohl und im Idealfall zum Wohl aller Gemeindebürger*innen beitragen. Doch insbesondere auf Landes- und Bundesebene kennen viele von uns auch das Gefühl, dass einen mit den Politiker*innen, die man einmal gewählt hat, überhaupt nichts mehr verbindet. Die sogenannte „Bürgernähe“, die in fast jedem Wahlprogramm zu finden ist, scheitert nicht selten an Machtansprüchen, Überheblichkeiten und fehlendem Bezug zu den Sorgen der Bevölkerung.

So weit darf es aus meiner Sicht niemals kommen, schon gar nicht innerhalb einer Gemeinde. Bürgernähe darf eben nicht nur ein Wort in irgendwelchen Wahl-Flyern sein, sondern muss mit Leben gefüllt werden. Mehr direkter Kontakt, stärkere Einbindung in Entscheidungen, Online-Beteiligungen, Gemeinderatssitzungen für Jugendliche… um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Wenn wir als Verantwortliche von Aying den Bürger*innen besser zuhören und bei weitreichenden Planungen unterschiedliche Meinungen konkret einfordern, werden zwar Entscheidungsprozesse nicht einfacher, aber nachvollziehbarer und am Ende auch besser akzeptiert.

Sehr eng verknüpft mit dem Begriff der Bürgernähe ist die Transparenz und doch ist sie etwas völlig anderes. Was ist gewonnen, wenn zwar der Dialog mit den Bürger*innen gesucht wird, diesen dann aber nicht die volle Information gegeben wird? Oder wie sollen Menschen Entscheidungen mittragen, wenn sie am Ende nicht nachvollziehen können, warum möglicherweise etwas anderes beschlossen wurde, als sie es sich gewünscht hätten? Transparenz bedeutet deshalb nach meiner Vorstellung, Dinge zu erklären, Informationsmaterial leicht zugänglich zu machen, ansprechbar zu sein. Oder anders ausgedrückt: eine klare, verständliche, frühzeitige und vor allem aktive Kommunikation der relevanten Vorgänge in der Gemeinde.

Unser jetziger Gemeinderat macht in dieser Hinsicht schon sehr gute Angebote, doch für mein Verständnis von Bürgernähe & Transparenz reicht das noch nicht aus. Meine Ideen, die ich dazu habe, werde ich im Laufe der Monate bis zur Kommunalwahl nach und nach vorstellen und bei verschiedenen Gelegenheiten gerne zur Diskussion stellen.

Bild: vor dem Ayinger Rathaus (Fotograf: Andreas Gregor)