Mit neuem Mut nach vorne schauen

Es war alles andere als ein ruhiger Sonntag: der Tag der Kommunalwahl am 15. März 2020. Für uns Ayinger Grüne und auch für mich persönlich stand viel auf dem Spiel: schaffe ich als Bürgermeisterkandidatin den Einzug in die Stichwahl, werden wir mehr Sitze im Gemeinderat erhalten? Falls ja, können wir die 13,9 % aus dem Jahr 2014 relevant steigern?

Das Resultat war nach vielen Stunden des Hoffens und Bangens ein gemischtes. Die Stichwahl verpasst, wenn auch mit respektablen 24,3%, dafür vier Sitze im Gemeinderat mit 22,1% – ein echter Erfolg. Selbst dann, wenn der um 0,5% verpasste 5. Sitz ein kleiner Wehmutstropfen war.

Ergebnis Bürgermeisterwahl

Ergebnis Gemeinderatswahl

Dieses Ergebnis musste sich also erst einmal setzen, wir mussten beraten, uns austauschen und nachdenken. Zumindest das Gemeinderats-Ergebnis hätten wir gerne gefeiert, aber aufgrund der Corona-Krise ist das momentan nicht möglich. Doch die Krise und der persönliche Rückzug schafft auch Raum zum Planen und um sich neu aufzustellen.

Wir blicken also nach vorne und vergessen dabei nicht, was wir in den letzten Wochen und Monaten geschafft haben.

Schon seit Anfang Januar waren die Ayinger Grünen mit mir unterwegs, haben Infostände besetzt, sich und mich an Haustüren vorgestellt, Veranstaltungen zu den Themen Wohnungsbau und Energiewende organisiert und mich als ihre Bürgermeisterkandidatin auf Ortsteilgespräche begleitet. Zusätzlich wurden in vollständiger Eigenleistung Flyer und Plakate entworfen, Facebook-Posts verschickt und Texte für die Homepage geschrieben. Basis für all das war unser Wahlprogramm, dessen Entstehung wir bereits im Juni 2019 im Rahmen eines gemeinsamen Workshops begonnen und im letzten Herbst fertiggestellt haben.

Wir haben also ein Fundament geschaffen, das uns jetzt bei unserer anstehenden Gemeinderatsarbeit noch sehr nützlich sein wird. Unser Programm ist Auftrag und nicht nur Wahlkampf, daran lassen wir uns messen.

Mit vier Grünen Gemeinderatsmitgliedern werden wir die Dinge angehen, die ich als Bürgermeisterin sehr gerne unbürokratisch und zeitnah umgesetzt hätte: mehr Transparenz, weniger Nicht-Öffentlichkeit, ein offenes Haus für alle Bürgerinnen und Bürger. Eine Haus-interne nachhaltige Beschaffung, mehr Fortbildung für Gemeinderatsmitglieder sowie rasche Gespräche mit relevanten Bevölkerungsgruppen wie Jugendlichen, Senior*innen, unseren Vereinsleitungen und Kunstschaffenden, Mieter*innen, Geflüchteten, Neubürger*innen, Alleinerziehenden, Umweltschützer*innen, Pflegebedürftigen und jungen Familien. Für all das und noch viel mehr bräuchte es keine Anträge, der politische Wille einer Bürgermeisterin oder eines Bürgermeisters würde reichen.

Auch die Verbesserung der Homepage ist mir ein Anliegen – nutzerfreundlich, übersichtlich und immer aktuell. Dazu leichtere Online-Kontaktmöglichkeiten und das Angebot, Gemeinderatssitzungen auch am PC verfolgen zu können. Die Umstellung auf ein Ratsinformationssystem würde den Papierwust zur Vorbereitung auf Sitzungen erheblich reduzieren und gleichzeitig den Informationsgehalt erhöhen.

Das alles könnte sofort geschehen und zusammen mit dem Grünen Ortsverband und meinen Gemeinderatskollegen Andreas Wolf, Franz Klug und Hermann Klein werden wir genau beobachten, welche Angebote uns die beiden Kontrahenten bis zur Stichwahl noch machen. In jedem Fall werden wir einem neuen Bürgermeister unsere Mithilfe zur Umsetzung dieser vielfältigen Verbesserungsmöglichkeiten anbieten.

Weiterhin werden wir uns bestmöglich um die täglichen Anforderungen kümmern, die Bedürfnisse der Menschen in unserer Gemeinde hören, ihnen soweit es geht helfen und dafür sorgen, dass wir als Gemeinde die Herausforderungen der Zukunft meistern. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit jetzt vier Gemeinderatsmitgliedern uns noch weit besser in die Kommunalpolitik einbringen können als bisher.

Dies ist eine Chance für uns Ayinger Grüne, die wir Ihnen, unseren Wählerinnen und Wählern zu verdanken haben. Und obwohl ich nicht in der Stichwahl bin: fast ein Viertel der Bevölkerung hat mir Vertrauen ausgesprochen. Das alleine ist Freude und Motivation  zugleich.

Zusammen mit meinen Grünen Kollegen werde ich das anpacken, was im Wahlkampf versprochen wurde, übrigens nicht nur von uns. Und ich werde weiterhin kritisch, aber zugleich konstruktiv die Gemeinderatstätigkeit ausfüllen.

Ihre Christine Squarra

Dürrnhaar, 19. März 2020

Titelfoto: Claus Schunk